Südwind, Hafnerstraße 2
Klimakollaps, Polykrise, systemisches Versagen, ökologische Katastrophe – die Namen für den desaströsen Zustand unserer Gesellschaft sind vielfach, doch die aktivistischen Umgangsstrategien sind noch wenig ausgereift. Zwar macht sich die Einsicht breit, dass appellative, an die Vernunft der Menschen und „der Politik“ gerichtete Aktionsformen wenig zielführend sind, doch noch haben es wenige Alternativen jenseits von Alarmismus und Rückzug ins „solidarische“ Preppen Einzug in die aktivistische Praxis gefunden.
Informiert von Climate Emotions Studies, Psychoanalyse, ökologischer Philosophie und radikalem Aktivismus will dieser Vortrag dazu einladen, gemeinsam über das Erschaffen von positiven und ermächtigenden Gefühlen als aktivistische und kulturelle Arbeit im Klimakollaps nachzudenken. Ausgehend von Beispielen wie der Bewegung der ZADs in Frankreich, Initiativen zu „ökologischen Feiertagen“ oder der Errichtung neuer Rituale zum Umgang mit komplexen Gefühlen in der Klimakrise wollen wir dazu einladen, aus der radikal-ökologischen Perspektive konstruktive Beiträge für eine linke Vision des Abstiegs des Westens und einer den Kollaps entgegentretenden Gesellschaftstransformation zu suchen.
Vortrag